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Grundlagen und Informationen vor dem Kauf/Baubeginn des eigenen FlugzeugesDer Traum vom Bau des eigenen Flugzeuges darf nicht zum Albtraum werden!Nachdem ich an der GV in Luzern den Anstoss für ein Forum auf der EAS Homepage gab, mache ich nun, wie versprochen, den Anfang. Mit dem folgenden Artikel möchte ich meine Überlegungen, Erfahrungen, gemachten Fehler und Lehren vom Bau meines ersten Eigenbau-Flugzeuges möglichst verständlich für alle Interessierten festhalten. Am EAS Stamm stelle ich immer wieder mit Schrecken fest,
mit wie viel Illusionen oder Unkenntnis an verschiedenen Projekten gearbeitet
wird, egal wie weit fortgeschritten sie sind. Ich versuche nun, möglichst viele Informationen zusammenzutragen, damit das zukünftige Projekt innerhalb einer absehbaren Zeit fertig wird. Das Flugzeug sollte dann einigermassen unseren Erwartungen entsprechen und wir möchten damit möglichst bald viele, unvergessliche und unfallfreie Flüge machen. Vor dem Entscheid für mein Flugzeug sollte ich mir selber sehr kritische Fragen stellen und diese ehrlich beantworten. Damit kann ich mir sehr viel Ärger und Enttäuschungen während dem Bau und später beim Fliegen ersparen. Die Chance, mein Projekt zu Ende zu bringen, steigt massiv, je mehr ich mich vor dem Typenentscheid mit allen Fragen befasst habe, egal ob angenehm, unangenehm oder auch unpopulär. Wir müssen uns klar bewusst sein, das ideale Flugzeug, das alles kann, schnell gebaut und erst noch billig ist, existiert nicht!!!!! Kompromisse müssen eingegangen werden. Im Internet Forum auf der EAS Seite (http://forum.experimental.ch/) sollten in Zukunft alle EAS Mitglieder mithelfen, möglichst viele brauchbare Informationen zusammen zu tragen. Diese Informationen sollten für alle eine Hilfe sein, egal ob in Evaluation, am Bauen oder bereits in der Luft. Wir erstellen Listen über viele verschiedene Themen wie z.B. Flugzeugtypen, Motoren, Propeller, Instrumente, Radios, spez. Werkzeuge, Kleber, Harz usw., inkl. wo kaufen oder nie mehr kaufen (mit brauchbaren Erklärungen und Begründungen). Ich hätte z.B. niemals UMA Instrumente gekauft , die leider nie richtig funktioniert haben, wenn mich meine Kollegen vom EAS vorher ehrlich informiert hätten, und damit Geld und Zeit gespart. Die Bemerkung: „Das weiss man doch!“ im Nachhinein, hat mir nicht geholfen. Ich bitte alle EAS Mitglieder mitzuhelfen, weitere Ideen einzubringen und meine Informationen zu ergänzen. Aber bitte nur ehrliche Aussagen über alles Angenehme und Unangenehme, über gemachte Fehler und wie man es ein nächstes mal besser machen würde, was ich nie mehr machen würde, sei es betr. Typenauswahl, Motorenwahl usw., oder was ich gut gemacht habe. Lieber keine als beschönigte Informationen.
Alle folgenden Ideen und Meinungen sind meine persönlichen Erfahrungen und Ansichten von meinem ersten Projekt und haben keinen Anspruch auf Vollkommenheit. Ich hoffe vielmehr, mit meinen Ausführungen bei den vielen schwierigen Entscheiden behilflich zu sein und weitere Denkanstösse zu geben. Meine fliegerischen Erfahrungen sammelte ich in den letzten 40 Jahren in über 17’000 Flugstunden (davon etwa 2'000 einmotorig), unter anderem auch mit Heckradflugzeugen wie Piper Cup + Super Cup, Jodel, Bücker , C-36, DC-3 und anderen. Mein Kit bestellte ich im Herbst 1994 (ohne jeglicher Erfahrung im Flugzeug bauen), nach einer längeren und sehr intensiven Phase der Evaluation. Dazu gehörte 1 Woche Oshkosh mit dem Ziel, einigermassen einen Überblick über all die angeboten Kits und die verschiedenen verwendeten Baumaterialien zu erhalten.
Ich entschloss mich, noch vor der Heimreise einen Besuch bei Zenair in Midland zu machen. Nach Testflügen und Fabrikbesichtigung war es für mich klar, den Zenair Zodiac 601 HDS zu bauen. Die leichte und stabile Alu Konstruktion (+/- 6g Bruch) erlaubt ein Leergewicht von unter 300kg und eine gute Zuladung von ca. 250kg. Als Antrieb genügt ein sparsamer ROTAX 912 Motor mit nur 80 PS Leistung, der einen Betrieb mit Autobenzin Bleifrei mit 95 Oktan zulässt. Die Flugeigenschaften sind auch im Grenzbereich äusserst gutmütig und sicher, wie ich mich das von guten Flugzeugen gewohnt bin. Vom Cockpit aus, auf die Flügel schauend, kam ich mir vor wie in einem mini PC-7 oder PC-9.
Nachdem man sich entschlossen hat, sein eigenes Flugzeug zu bauen, kommt die erste, schwierigste und die wichtigste Entscheidung. Welches Flugzeug?Alu, Kunststoff, Holz, Stahlrohr?? Gemischte Bauweise? Heck- oder Bugrad ? Kit oder ab Bauplänen? ......... Einmal entschieden, sind Änderungsmöglichkeiten und individuelle Wünsche nur noch sehr beschränkt umsetzbar. Ist der Flugzeugtyp, der Motor und Propeller in der Schweiz schon zugelassen?Der administrative Aufwand vor der Baubewilligung ist wesentlich grösser, wenn das Flugzeugmuster oder der Motor in der Schweiz noch nicht zugelassen ist. So z.B. für die Baubewilligung erst eine Beurteilung der Konstruktion und der Statik des Flugzeuges von einem unabhängigen und fachlich ausgewiesenen Ingenieur erstellt werden muss. Dies kann unter Umständen zum ersten grossen und im Budget nicht berücksichtigten Kostenfaktor führen. Nach fragen bei EAS oder beim BAZL lohnt sich! Was erwarte ich von meinem Flieger?
Will ich nur Rundflüge in der näheren Umgebung machen oder beabsichtige ich zu reisen? (Sobald es einmal fliegt, möchten die meisten auch mal eine Reise machen). Nur im Flachland oder auch im Gebirge, wie z.B. fliegen ab Samedan mit einer Elevation von 5600ft ? Nachtflüge oder IFR ?? (Falls wir einmal eine Zulassung bekommen.) Akrobatik? Fliegerische ErfahrungWie sind meine fliegerischen Fähigkeiten? Möchte ich ein gutmütiges, sicher zu fliegendes Flugzeug, das viel Freude macht, oder soll es eine Replica vom zweiten Weltkrieg sein, die mich fordert (ev. sogar überfordert?). Gibt es eine "Europa" mit Zentralrad, der fliegt und noch nie von der Piste abgekommen ist? ZuladungWie gross soll der Gepäckraum und das zulässige Gewicht
der Zuladung sein? Ev. Platz für Faltfahrräder (Flugplätze liegen nicht
unbedingt am Dorfrand). Zelt und Schlafsäcke? EnduranceReichweite ohne zu Tanken. Sehr wichtig z.B. bei Reisen ausserhalb der Saison, da dann nicht immer auf jedem Flugplatz Benzin erhältlich ist. In Schweden gibt es an Feiertagen oder während der Ferienzeit nur beschränkt Benzin. 8 Std. Endurance bedeutet nicht, so lange ununterbrochen in der Luft zu bleiben, aber ich brauche nicht bei jeder Landung Benzin zu tanken. KonstruktionIn Holz, Alu, mit Stoff bespannt oder in Kunststoff. Ich habe nur mit Alu Erfahrungen gemacht, würde aber jederzeit wieder ein Flugzeug in Alu bauen. Hier erwarte ich Berichte von Kunststoff-Bauern betr. Harz-Allergien, Staub, Gestank, Limiten betr. Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Baulokal während dem Harzen und Zeitdruck. Ebenso Infos über Holz- und Stahlrohr-Bauweise. Vorteile einer Alu-Konstruktion:
EinsatzgebietKurze Graspisten oder nur Hartbelag? Grosse oder kleine Räder, Niederdruck Reifen? Später vielleicht Gletscher oder Wasser? EinsatzlimitenFalls ich mal beabsichtige zu Reisen, sollte ich am
Zielort auch bei unvorgesehenem starken Seitenwind ohne Stress sicher landen
können. "Europa" mit zentralem Rad, guter Reisegeschwindigkeit, dafür aber bei starkem Seitenwind bei Start und Landung sehr anspruchsvoll oder evtl. sogar gefährlich? ReisegeschwindigkeitEinziehfahrwerk? Mit oder ohne Flaps? Flügelprofil? MotorMotorenleistung? Benzin bleifrei oder AVGAS wie vor 50 Jahren, vielleicht Diesel (Jetfuel)? Wie gross ist mein Budget für Treibstoff in 5, 8 oder gar 10 Jahren, bis mein Flugzeug fliegt? Was wird dann wohl 1 Liter kosten? Kann ich es mir dann noch leisten? Wäre schade, wenn es nach vielen (tausend) Arbeitsstunden endlich fliegt und man dann die Flugstunden wegen zu hohen Treibstoffkosten einschränken muss. 2-Takt oder 4-Takt Motor?
Ich bevorzuge eindeutig den 4-Takt Motor. Ich muss auch eingestehen, dass ich keine Erfahrungen mit grossen Flugmotoren und all den dazugehörigen Komponenten habe. Meine Erfahrung: So früh wie möglich sich für einen Motorentyp entscheiden, damit der Motorenträger eingebaut werden kann. Den Kauf des Motors so spät wie möglich tätigen, damit nicht schon vor dem Erstflug Modifikationen nötig sind. Besser einige PS weniger und dafür einen Verstellpropeller. Lieber ein Triebwerk, das sich bereits bewährt hat, als etwas Neues und Unbekanntes. Ich besuchte den eintägigen Motorenkurs von Rotax bei der AEROTEC in Grenchen, der jedem zu empfehlen ist, möglichst schon vor dem Einbau des Motors. PropellerLieber 20 PS weniger am Motor, dafür mit dem eingesparten
Geld einen Verstellpropeller kaufen. Ich fahre auch kein Auto ohne Getriebe. Fuel SystemUrsprünglich baute ich einen Manifold Pressure ein. Taugt
absolut nichts für den Rotax Motor. Ich ersetzte diesen durch einen Fuel Flow
Messer (TL-Electronic). SUPER !!! Die Motorenleistung kann immer genau
festgestellt werden , denn ohne Fuel Flow keine Leistung!! Anders gesagt: Je
mehr Fuel Flow, desto mehr Power. Dies ist zugleich eine riesige Hilfe beim
Planen und Durchführen von längeren Flügen. Das Restbenzin kann kontrolliert
ausgeflogen werden. Vor dem Start wird die akt. Benzinmenge eingegeben und der
Computer rechnet immer den Reststand im Tank. Mit der sehr genauen
Standrohr-Anzeige im Center Tank kann ich die letzten 50lt perfekt
kontrollieren. Dank diesen Instrumenten kann ich dann mit einer minimalen Final
Reserve sicher operieren. Zusätzlich wurden elektrische Benzinanzeigen (die oft
falsch anzeigen) in den Flügel-Zusatztanks überflüssig. BatterieTriple-Amp. Gewicht nur 2,7kg mit genügend Leistung, um einen V8 Motor zu starten. Versiegelt (auslaufsicher), und daher braucht es kein Batteriegehäuse. Sollte 8 bis 10 Jahre halten. Kann, wenn voll geladen, über 1 Jahr ohne Nachladung gelagert werden, solange kein Kriechstrom fliesst. Um Kriechströme zu verhindern, trenne ich die Batterie vom System mit einem 50A CB wenn nicht geflogen wird. Somit werden alle versteckten (minimal) Verbraucher von der Batterie getrennt, und zugleich verhindere ich damit das Entladen der Batterie. Zusätzlich spare ich nochmals über 230gr vom Batterie Relais (das aus der Zeit vom Weltkrieg stammt), das ich nicht eingebaut habe. Die Triple-AMP Hochleistungsbatterie Typ BB12 kostet knapp Fr. 350.-, ist viel leichter und hält wesentlich länger als vergleichbare andere Batterien. Ich konnte an meinem Flugzeug nirgends mit so wenig Geld so viel Gewicht einsparen (mehrere Kilos). InstrumentierungIn meinem Flugzeug habe ich zum Teil übertrieben und dafür andernorts gespart.
Dafür 2 GPS, Horizont (elektrisch) als Lebensversicherung. Autopilot (elektrisch, nicht unbedingt nötig). g-Messer (just for fun). Keine luftgetriebenen Instrumente: Ein Venturi kostet Reisegeschwindigkeit und die Vakuumpumpe Gewicht und Geld. Beides bedeutet einen höheren Benzinverbrauch und zugleich weniger Reichweite. Keinen Flugstunden-Zähler; dafür habe ich das Flugbuch und
die Stoppuhr, die ich auch für die Navigation gebrauchen kann. Die Borduhr
sollte mechanisch, oder wenn elektrisch, mit eigener Batterie sein, sonst habe
ich im Hangar einen ständigen Stromverbraucher. Ideal ist eine mechanische
Stoppuhr mit einem Drehring versehen, mit 60 Minuten Einteilung. Ich baute eine zusätzliche rote „Oil Press low“ Warnlampe zum Oil Manometer ein ( Warnlampen werden viel schneller wahrgenommen als Anzeigen vom Instrument). Mein unbrauchbarer UMA Variometer habe ich auch zum Schrott gelegt und durch einen kleinen WINTER Segelflieger Variometer mit Flasche ausgetauscht. Damit kann ich, wie ein Segelflugzeug in den Bergen, sofort auf alle Auf- und Abwinde reagieren, was bei relativ schwacher Motorisierung sehr hilfreich ist. GPSDen Einbau planen, aber so spät wie möglich kaufen. Ich bin mit dem AvMap EKP IV sehr zufrieden. Riesen Bildschirm, auch mit Sonneneinstrahlung gut ablesbar, mit etwas Übung einfache Bedienung. Flugpläne kann ich auf dem Bildschirm einfach und schnell erstellen. Als Reserve GPS habe ich das Garmin Pilot 3. Bei Stromausfall eigene Batterien, und nach einer Notlandung kann ich es mitnehmen und meine aktuelle Position mit dem ICOM IC-A22 oder mit dem Natel durchgeben. RadioBeim Intercom darauf achten, dass mit einem MP3-Player und/oder Mini-Radio Musik eingespielt werden kann. Auf langen Reisen empfange ich dann normalerweise zur vollen Stunde die Nachrichten mit den neusten Wetterberichten (in der lokalen Sprache). Das Flugvergnügen wird mit schöner Musik vom Radio oder dem MP3-Player nochmals gesteigert. Bugrad oder Heckrad?Nostalgie vor Sicherheit? Sicherheit vor Nostalgie?Passagierflugzeuge hätten Heckrad, wie damals die DC-3, wenn Heckrad sicherer wäre. Mein Zenair Zodiac 601 HDS sieht mit Heckrad mindesten so gut aus wie mit Bugrad. Die Heckradversion ist auf 22kt Seitenwind-Komponente limitiert, die Bugradversion wurde mit 40kt demonstriert. Jedes Bugradflugzeug kann genauso langsam angeflogen werden, wie ein Heckradflugzeug, und bei zu starkem Bremsen geht es nicht auf den Propeller. Die Start- und Landerollstrecke ist nicht länger als mit Heckrad, wie sehr oft behauptet wird. Die Bugradversion ist einfacher zu operieren und erst noch sicherer. Mit Bugrad kann bei starken und böigen Winden mit einem
Geschwindigkeitszuschlag sicher an den Boden geflogen werden, ohne dass das
Flugzeug beim ersten Bodenkontakt wieder in die Luft katapultiert wird und/oder
ausbricht. Ebenso kann mit dem Bugrad bei böigen Seitenwinden die Centerline
problemlos gehalten werden. Ob Bug- oder Heckrad, es lohnt sich in jedem Fall, einen Reserveschlauch im Flugzeug mitzuführen. LüftungSehr wichtig: Der Pilot und jeder Sitzplatz brauchen eine individuell einstellbare Frischluftdüse. Das Temperatur- und Frischluft-Problem hatte ich wirklich falsch eingeschätzt und vernachlässigt. Eine gut dosierbare Heizung ist komfortabel und kann das WC-Problem um einige Zeit hinauszögern. Ich will bei Sonnenschein und jeder Aussentemperatur bequem fliegen, ohne Handschuhe und ohne Schweissausbrüche. Während einem einzigen Flug kann man mehrmals extreme Temperaturschwankungen erfahren, speziell bei Alpenüberquerungen. Cockpit-InterieurFür längere Flugreisen schätzt man viele Taschen, Karten-, Bleistift- und Getränkehalter, Platz für Snacks und Sandwichs. Abfallsack (Kotztüte). Irgend einmal kommt das Problem mit dem Not-WC. Mit folgendem System habe ich recht gute Erfahrungen gemacht: Man nehme eine Kotztüte, lege eine Inkontinenz-Binde (z.B. MIGROS bis 500ml Saugvermögen) hinein, stelle alles nochmals in einen wasserdichten Plastiksack, und schon ist das Einweg-WC betriebsbereit. (Nach Gebrauch nicht vergessen zuzuknöpfen und nach der Landung zu entsorgen.) Praktisch, billig und leicht. Standplatz
Flügel zum Anklappen oder Demontieren? Kann ich evtl. einen Anhänger bauen, der zugleich als Hangar dient? Ich fand im Speck Fehraltorf einen super Deckenplatz. Da ich während dem Bau auf einen Deckenplatz spekulierte, integrierte ich bei meinem Zenair bereits während dem Bau 3 Aufhängepunkte, die direkt an der Struktur angeschraubt sind. Der Aufwand hat sich gelohnt, denn ich benötige nur wenige Sekunden, um die 3 Aufhängeseile mit Bolzen zu sichern. Bis das Flz. dann hochgezogen ist dauert es vielleicht nochmals 1 Minute. Damit hängt es am sichersten Platz im Hangar, und niemand kann beim Manövrieren anderer Flugzeuge meines beschädigen. Ratschläge und TipsDa mein Flz. mit wenigen Ausnahmen wie Motorhaube und
Radverschalungen aus Alu gebaut ist, habe ich alle Aluteile vor dem Einbau mit
einem 2 Komponenten Primer behandelt. Die endgültige Farbe erhielt mein Zenair
beim Spezialisten: Hanspeter Steiner, Carrosserie in 8862 Schübelbach. Von
dieser Arbeit bin ich begeistert, und der Preis war sehr fair. In diesem
Familien-Betrieb ist alles vorhanden was man braucht, inkl. Vorlagen für alle
Beschriftungen und Immatrikulation. Ich konnte bei allen Arbeiten mithelfen und
abends alleine weiterarbeiten, solange ich wollte. Die Spritzkabine ist gross
genug für unsere Flugzeuge, da sie spez. für Lastwagen konzipiert ist. Hier
wurden schon mehrere Helikopter gespritzt. Der Spezialist brachte als erstes nochmals einen Hauch Primer auf, dann 2 extrem dünne Schichten Farbe und zum Schluss einen Klarlack darüber. Die Trockenzeit zwischen den einzelnen Schichten dauerte jeweils nur wenige Minuten. Und nun das Erfreuliche: für das ganze Flugzeug brauchten wir nur ca. 5kg Farbe, keine Läufe und doch brillante Superqualität. Nach 2 Jahren und über 300 Stunden ist die Farbe noch wie am ersten Tag. Solche Arbeit kann nur ein Spezialist vollbringen. Ich hätte mindesten 5 bis 10kg mehr Farbe verbraucht, von der Qualität nicht zu reden. Hier wäre Sparen am falschen Ort. Das ganze Cockpit habe ich nur mit Primer behandelt (leicht, blendfrei, angenehmes Grün). Wenn ich noch einen guten Tip geben darf, der mir sehr wichtig ist: Denkt bei der Farbenwahl an die Flugsicherheit. Sehen und gesehen werden!Ich kann noch so gute Luftraumbeobachtung machen, wenn mein mit Tarnfarben bemaltes Flugzeug nicht gesehen wird. Ich bin mir bewusst, dass ich mit meinem relativ langsamen Flugzeug für die meisten anderen ein “slow moving target“ bin und somit ein Flughindernis darstelle. Um Kollisionen zu vermeiden, muss ich für andere auf grosse Distanzen sichtbar sein. Um dies bei allen Wetter- und Sichtbedingungen zu erreichen, braucht es mindestens 2 verschiedene, gut sichtbare Farben. Meine Überlegungen waren folgende: rot (Verkehrsrot RAL 3020) sieht man bei gutem Licht am Himmel, im Schneefeld, Wald usw, aber in der Dämmerung erscheint es grau und schlecht sichtbar. Daher wählte ich noch ein leuchtendes Gelb (Verkehrsgelb RAL 1023), das bei schlechtem Licht, Dämmerung oder Dunst viel länger leuchtend bleibt. Mit einer billigen Hella Auto-Nebellampe, der ich mit einer Zange die Metallblende entfernt habe, mache ich mich für andere gut sichtbar. Schaut mal, wie viele Flugzeuge mit optimalen Tarnfarben herumfliegen, vor allem auch Clubflugzeuge. Das muss nicht sein!!! Wenn wir mit leuchtenden Farben nur einen Unfall vermeiden können, hat es sich gelohnt. GewichtMein Tip: Vor dem Einbau jedes Teil auf eine genaue Waage legen, dann überlege ich mir, wo ich nochmals einige Gramme einsparen kann. Vor dem definitiven Einbau nochmals auf die Waage. Und dann sich nochmals die Frage stellen: Ist dieses Teil (Gewicht) überhaupt nötig???? Nicht vergessen: 2% leichter von 100gr ist nichts, aber 2% von z.B. 300kg Leergewicht sind 6kg, oder gute 8lt Benzin, oder in meinem Fall 36 Minuten Endurance. Schwarze Liste (Unbrauchbares)Instrumente von UMA: Drehzahlmesser, für Rotax 912, zeigte bei mir in jedem Bereich mehrere 100RPM falsch. Das Instrument legte ich zum Schrott. Habe für wenig mehr Geld den orig. Rotax Drehzahlmesser eingebaut (erst noch mit Garantie). Der UMA-Variometer hat nie mehr als 300ft/ Steigen oder
Sinken angezeigt. In der Fachwerkstatt von Fritz Sommer wurde eine undichte
Stelle an der Dose sowie auch eine am Gehäuse festgestellt! Unbrauchbar, war
schade fürs Geld. Habe einen kleinen WINTER Variometer mit Flasche eingebaut –
super! In den Bergen optimal, da sehr sensitiv. VersicherungZur Anmeldung für die Schlusskotrolle muss eine
Haftpflichtversicherung abgeschlossen sein, wobei der Versicherungsbeginn erst
mit dem Erstflug aktiviert wird. Die Herren Hans Heider und Stefan Dall’Oglio von der AXA Versicherung sind sehr kompetent und hilfsbereit in Sachen Experimental (Tel. Nr.01 265 51 51). FugaufnahmenMeine Erfahrungen auf all meinen Reisen: Die beste Kamera
nützt nichts, wenn sie zu Hause ist. Normalerweise ist die bessere Kamera auch
grösser, und irgend einmal ist sie so gross, dass sie zu Hause oder im
Gepäckraum bleibt. Auch hier gehe ich einen Kompromiss ein. Für mich das
Wichtigste: Sie muss klein, handlich und einfach sein. Die Bedienungshebel
müssen so angeordnet sein, dass man sie nicht ständig ungewollt verstellt. Keine
spez. Akkus, die ich auf meinen Reisen nirgends aufladen oder kaufen kann. Viele Digitalkameras haben immer noch den Nachteil, dass sie langsam arbeiten. Die besten Erfahrungen machte ich mit der eher unbekannten RICOH Caplio R1 oder R2 und Caplio GX. Beide Kameras sind sehr handlich und klein, haben ein 28mm bis 135mm (R1) oder 28mm bis 85mm ( GX, hat weniger Telebereich, ist dafür lichtstärker) Objektiv und arbeiten extrem schnell bei minimalstem Stromverbrauch. Auf einen heute billigen 512 MB Chip bringe ich gegen 600 gute Bilder, 2 billige AA Akkus reichen für über 300 Bilder, und während dem Flug kann ich sie mit einem kleinen Ladegerät am Bordnetz mit 12Volt aufladen. Im Notfall genügen 2 AA Batterien, die ich überall kaufen kann. FinanzenKeine Illusionen: Dein Flugzeug wird mehr kosten als geplant. Man muss sich bewusst sein, welches finanzielle Abenteuer mit dem Bau des eigenen Flugzeuges eingegangen wird und seine Limiten berücksichtigen. Sprich mit möglichst vielen EAS Mitgliedern über gemachte Erfahrungen. Besser ein bescheideneres Projekt realisieren als Privatkonkurs anmelden oder in der Hälfte abbrechen müssen. Sobald gewisse Arbeiten nicht mehr selber gemacht werden können, und diese im Auftrag ausgeführt werden müssen, wird es sehr schnell sehr teuer.
Motor 100 Std-Kontrolle (Rotax 912 ca. Fr. 60.- und 200Std. ca. Fr. 130.-, wenn selber ausgeführt). Später einmal Propeller und Motoren Revision. Es gibt noch Vieles, was ich nicht weiss, nicht erwähnt, oder einfach vergessen habe. Deshalb bitte ich jeden von Euch, diesen Fragenkatalog zu ergänzen, Eure Informationen und Erfahrungen mitzuteilen. Es gibt nichts, das nicht zur Sprache gebracht werden kann. Alle Kollegen/innen vom EAS sollten von unseren positiven Erfahrungen profitieren, und schon einmal gemachte Fehler müssen nicht unbedingt wiederholt werden.
Viktor Strausak HB-YKV strauvik@bluewin.ch Tel. 052 345 24 60 So you want to build a kit planeby Bill Copeland(A builder of a EXPRESS kit - but this applies to every project - kit or scratch built. Print it out. Hang it to the wall. Read it every now ant then. And rethink.) Here are some things to think about as you proceed with, or approach, the construction of most any composite kit plane. There are at least three "truisms" that you may as well understand at the beginning:
Sad, but true. But you can improve your chances of success by doing some or all of the following:
Bill Copeland (by permission) |
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