| Das Flugzeug Potez 60 wurde von der Groupe Potez mit Sitz an der Avenue
des Champs–Elisées a Paris im Jahre 1934 konstruiert und erbaut. Am XIV Salon de l` Aviation in Paris wurden 5
Neukonstruktionen der Firma vorgestellt. Das 2-motorige Geschäftsflugzeug Potez 58 mit 8 Pax. 300 km/h die
Touristenflugzeuge Potez 58 und 60, das mehrplätzige Kampfflugzeug Potez 54 angetrieben von 2 Hispano Suiza 12 Motoren und
das Flugboot C.A.M.S. 110 mit 22.5 m Spannweite. In der Motoren Abteilung
der Firma wurden die Motoren 3B 60/70 HP 6B 120/140 HP 9Ab 185/235/310HP hergestellt.

Mit der Konstruktion des Potez 60 hatte die Firma die Idee, ein Flugzeug zu
konstruieren, das alle Sicherheitsgarantien erfüllt, und im Einkaufspreis konkurrenzfähig, die den geläufigen Serienautos
nützlich waren.

Das hier vorgestellte Flugzeug Potez 60 wurde mit dem Kennzeichen F-PIIN im Jahre 1969
von Ilka Berger in Frankreich gekauft und erhielt das schweizerische Kennzeichen HB-SPM. Bis 1975 war das Flugzeug auf dem
Flugplatz Agno stationiert. Nach zwei Beschädigungen und Alters-Mängel wurde das Flugzeug fluguntauglich, und schliesslich
ausser Betrieb gesetzt.

Nach einer Sitzprobe im Rumpf des am Boden liegenden ziemlich verrotteten und
verstaubten Flugzeugs entschloss sich im Jahre 1985 Guido Hug zum Kauf des raren Oldies. Unter der Aufsicht und Beratung von
Fritz Fahrni Flugzeugbau in Russikon konnte ich die Holz-Restauration ausführen. Der untere Teil des Rumpfes war von Oel und
Wasser so sehr in Mitleidenschaft gezogen, dass er komplett erneuert werden musste. Auch die Querruder und Flügelendstücke
mussten grösstenteils neu hergestellt werden. Nachdem mein Geschäft und die Familie an der Reihe waren, musste der SPM
wiederum einige Jahre auf seine Wiederauferstehung warten. 1998 nahm sich Andreas Rombach von der Fa. Air-Restoration in
Hauptwil der Gesamtrestauration an.
Die Standläufe des revidierten Potez 3B Motor wurden in Zusammenarbeit mit Karl
Hugentobler, selbständiger Flugzeugmechaniker in Sitterdorf gemacht. Nach einigem Kopfzerbrechen über die Funktionsweise des
Zenith Vergasers konnten dessen Düsen so eingestellt werden, dass der ca. 70-jährige Motor sich problemlos anwerfen lässt,
und hervorragend läuft.

Nach mehr als 3000 Stunden Restauration, und 27 Jahren Dornröschenschlaf ist dieses
Flugzeug als schmucke Rarität erwacht, und knattert wieder durch die hohen Lüfte.
Guido Hug |